Eine positive Grundstimmung gegenüber der digitalen Technik konstatiert Ministerpräsident Kurt Beck in Rheinland-Pfalz. Auf dem 9. Multimediakongress der Landesregierung in Ludwigshafen sagte er: „Die Landesregierung hat quer über alle Bereiche, angefangen von der Wirtschaftsförderung über die Bildung bis hin zum Verbraucherschutz, mitgeholfen, allen den Zugang zur Welt des Internets und der Informationstechnologie zu ermöglichen. Die Früchte dieser langjährigen Bemühungen ernten wir jetzt, indem wir eine gesunde und wachsende Medien- und IT-Branche haben.“
Beck verwies auf die Zahlen einer aktuellen Studie zur Standortentwicklung. Danach lag im Untersuchungszeitraum 2007/2008 der Umsatz der Medien-/IT-/ Kreativbranche bei rund zehn Milliarden Euro pro Jahr. 12.300 Unternehmen mit 63.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen gab es in diesem Bereich. Dies bedeutete eine Steigerung der Beschäftigten zwischen 2003 und 2008 um rund 2.400, also 3,9 Prozent, die deutlich über dem Bundestrend mit 2,5 Prozent lag.
Wirtschaftsstaatssekretär Alexander Schweitzer unterstrich das im Land gut funktionierende Zusammenspiel zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik: „Es ist nicht zuletzt diesem Netzwerk zu verdanken, dass Rheinland-Pfalz Partner des Spitzenclusters ‚Softwareinnovation für das digitale Unternehmen’ ist. Die Beteiligung von rheinland-pfälzischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen belegt eindrucksvoll die hohe Qualität der Forschung im Land.“ Diese Auszeichnung, mit der eine fünfjährige Förderung bis zu 40 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einhergehe, stärke die Region deutlich.
Der Multimediakongress unter dem Motto "Gemeinsam die digitale Welt gestalten" wird von der Zentralstelle für IT und Multimedia im Ministerium des Innern und für Sport veranstaltet. Partner sind in diesem Jahr neben der Stadt Ludwigshafen das IT-Forum Rhein-Neckar und die Landesanstalt für Medien und Kommunikation (LMK). Der Leiter der Zentralstelle, Ministerialdirektor Jürgen Häfner, hob die Bedeutung hervor, die der Kongress als zentraler Treffpunkt und Austauschplattform habe: „Wir wollen Orientierung geben und praxisnah ganz konkrete Beispiele für innovative IT-Anwendungen zeigen. Dazu gehört eine Einführung in soziale Netzwerke genauso wie die Einblicke zum Einfluss der Informationstechnologie auf die Arbeit der Popakademie und des DFB.“ Außerdem, so Häfner, gebe das Programm einen breitgefächerten Überblick über neue Trends und Entwicklungen im Medien- und IT-Bereich und greife aktuelle Fragestellungen auf.
Die Medienkompetenzvermittlung als ein Schwerpunktthema der Landesregierung wurde durch die offizielle Gründung des Medienkompetenz-Netzwerks (MKN) Ludwigshafen verdeutlicht. Es ist das 8. in Rheinland-Pfalz. MKN’s sind Kooperationen auf lokaler und regionaler Ebene zur Förderung der Medienkompetenz unter Federführung der LMK.
Diskussionen über aktuelle Entwicklungen im Bereich eGovernment, den Nutzen von Netzwerkarbeit und die länderübergreifenden Aktivitäten in der Metropolregion Rhein-Neckar rundeten den Kongress ab. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen zeigten in einer vielbesuchten Ausstellung konkrete Anwendungsbeispiele für innovative und neuartige Informationstechnologie. Nach dem traditionellen Rheinland-Pfalz-Empfang der Landesregierung zum Abschluss gab es für interessierte Teilnehmer noch die Möglichkeit, bei Exkursionen vor Ort IT-Innovation in der Praxis zu erleben, so einen Operationsroboter und ein digital gesteuertes Passivhaus.
Quelle: www.zukunft.rlp.de